Formen: Ball und Kugel häkeln

002 HäkelballDie Kugel bzw der Ball ist eine der am häufigsten verwendeten Formen beim Amigurumi häkeln bzw Abwandlungen dieser. Sei es für Köpfe, Körper oder sonstige Gliedmaßen und Elemente, die gehäkelte Kugel ist unerläßlich und essentiell für alle Amigurumi Kreationen.

So klar und einfach eine gehäkelte Kugel erscheinen mag, so gibt es doch einige verschiedene Ansätze und Variationen diese zu häkeln: Die übliche Methode und die Perfekte. Denn was wir normalerweise als Kugel häkeln ist genauer betrachtet alles andere als rund.

Die übliche Variante

Die übliche und meist verwendetste Formel für eine Kugel ist in keinster Weise falsch, sie ist jedoch nicht perfekt in der Hinsicht das die entstehende Kugel halt nicht perfekt Rund ist, sondern meist „mehreckig“ wirkt (was manchmal vielleicht sogar gewollt ist). Dennoch, die Formel bleibt die einfachste anzupassendste für jedes Projekt.

Jede Kugel ensteht auf die gleiche Weise, man beginnt mit einem Fadenring, verdoppelt in einem bestimmten Verhältnis Maschen, häkelt nachfolgend mehrere Runden ohne Zunahme oder Abnahme und ab einem gewissen Punkt werden im gleichen Verhältnis wieder Maschen zusammengehäkelt. Der Unterschied beider Variationen liegt im Endeffekt in der Verteilung und dem Verhältnis dieser Zu- und Abnahmen. Aber genug geredet, beginnen wir mit Kugel Variante 1.

Häkelanleitung

… für eine Kugel nach der üblichen Methode.

Folgende Techniken werden zum Häkeln einer Kugel benötigt:

  • Fadenring
  • feste Maschen
  • Zunahme (2 feste Maschen in eine Masche)
  • Abnahme (Durch die erste Masche stechen, Faden holen und durch die Masche ziehen, nochmal durch die nächste Masche stechen und erneut den Faden durch die Masche ziehen sodass 3 Schlaufen auf der Nadel sind. Nun erneut den Faden nehmen und durch alle 3 Schlaufen ziehen)

Benötigte Materialien:

  • Jedes Garn mit einer passenden Häkelnadel
  • Füllwatte und Schere
  • Für die abgebildeten Kugeln wurde die „Schachenmayr Catania“ und eine 2.5 Häkelnadel verwendet

WICHTIG: Diese Anleitung wird in Spiralrunden gehäkelt, d.h., es wird jede Runde kontinuierlich weitergehäkelt, außer wenn anders in der Anleitung gesagt. Arbeiten Sie deshalb immer einen Markierungsfaden in die erste Masche der neuen Runde ein, um stets zu wissen wann eine Runde beginnt und/oder aufhört.

(Benutzt die Kästchen um eure fertigen Runden zu markieren)

  • Wir stellen zuerst einen Fadenring her.
  • 1. Runde: 6 feste Maschen in den Fadenring häkeln und festziehen. (6 Maschen)

002 Fadenring

  • 2. Runde: Jede Masche verdoppeln (d.h., 2 feste Maschen in jede Masche häkeln). (12 Maschen)

002 Kugel Runde 2

  • 3. Runde: Jede 2. Masche verdoppeln. (18 Maschen)
  • 4. Runde: Jede 3. Masche verdoppeln. (24 Maschen)

002 Kugel Runde 4

Bereits nach Runde 4 ist zu erkennen
woher das „kantige“ Aussehen der Kugel herkommt.

  • 5. Runde: Jede 4. Masche verdoppeln. (30 Maschen)
  • 6.- 10. Runde: 5 Runden feste Maschen häkeln.

002 Kugel Runde 10

  • 11. Runde: Jede 4. und 5. Masche zusammenhäkeln. (24 Maschen)
  • 12. Runde: Jede 3. und 4. Masche zusammenhäkeln. (18 Maschen)
  • 13. Runde: Jede 2. und 3. Masche zusammenhäkeln. (12 Maschen) Anschließend mit Watte füllen.
  • 14. Runde: Jede 1. und 2. Masche zusammenhäkeln. (6 Maschen)

Abschließend langen Faden lassen und den Rest abschneiden, das letzte Loch vernähen und fertig. Das Ergebnis sieht dann in etwa folgendermaßen aus: Tadaa! Eine Kugel. Jedoch nicht perfekt.

002 Der fertige Ball nach der üblichen Methode

Es handelt sich hierbei eindeutig um eine Kugel wie jeder sehen kann, besonders wenn das ganze gut mit Watte gefüllt ist. Trotzdem kommt es häufig vor das die Kugel etwas unförmig aussieht und erst zurecht geformt werden muss, einfach aus der Tatsache heraus das die eigentlich gehäkelte Form nicht wirklich rund ist.

Vielleicht wird jetzt das „Problem“ dieser Methode klar weshalb wir keine perfekte Kugel erhalten. Wir häkeln mit Variante 1 quasi einen gleichmäßig Zunehmenden Teller/Scheibe, dann ein stetig gleichgroßes Mittelstück und oben drauf wieder einen Teller. Das ganze ergibt dank der Formbarkeit von Wolle und der Füllwatte eine Kugel.

Auch wenn sich das auf den ersten Blick nicht gut anhört, so bleibt diese Methode weiterhin die einfachste und anpassungsfähigste Vorgehensweise um einen Ball zu häkeln.

Abschließend noch die Vorgehensweise wie jede noch so kleine oder große Kugel mit dieser Methode einfach selber gehäkelt werden kann, selbst ohne Anleitung. Auch wenn das Muster sehr leicht durchschaubar ist, hier nochmal die gesamte Vorgehensweise mit zuviel Wörtern beschrieben. 😉

Häkelanleitung

… für eine individuell große Kugel.

Der Anfang: Es wird immer mit einem Fadenring begonnen.

  • 1. Runde: Die erste Runde besteht immer aus 6 festen Maschen die in den Fadenring gehäkelt werden, der anschließend zusammen gezogen wird.
  • 2. Runde: In der ersten Runde wird immer jede Masche verdoppelt, sodass 12 feste Maschen vorliegen.

Jede weitere Runde: Nun werden in jeder neuen Runde, 6 Maschen im gleichen Verhältnis verdoppelt, solange bis die gewünschte Größe erreicht ist. Beispiel:

  • 3. Runde: Jede 2. Masche verdoppeln. (18 Maschen)
  • 4. Runde: Jede 3. Masche verdoppeln. (24 Maschen)
  • 5. Runde: Jede 4. Masche verdoppeln. (30 Maschen)
  • Und so weiter …

Desto mehr Runden gehäkelt werden, desto größer wird der endgültige Häkelball, klar. Wie zu sehen ist erhöht sich die Anzahl der Maschen immer um 6 Maschen je Runde, sprich, solltet ihr einmal mehr oder weniger als 6 Maschen mehr haben, dann wurde irgendwo etwas falsch gemacht. 😉

Das Mittelstück: Nachdem ihr soviele Runden verdoppelt habt wie ihr es wünscht, häkelt ihr mehrere Runden feste Maschen. Wieviele Runden ihr im Endeffekt häkeln müßt hängt von den Runden ab die ihr zuvor gehäkelt habt. Beispiel: Ihr habt 10 Runden gehäkelt in dem ihr stetig Maschen zugenommen habt, dann würdet ihr nun 10 Runden feste Maschen häkeln. Dies ist meine Faustregel und hat für mich bisher einwandfrei funktioniert und immer ein gutes Ergebnis erbracht.

Das Endstück: Sobald ihr das Mittelstück fertig gehäkelt habt, wird im gleichen Verhältnis wie zu Beginn der Arbeit abgenommen.

Beispiel: Die letzte Runde in der ihr Maschen verdoppelt habt war Runde 5 in der ihr jede 4. Masche verdoppelt habt (Rechnet einfach immer die Nummer der Runde -1 und ihr wisst sofort welche Masche in jeder Runde verdoppelt bzw zusammengehäkelt werden muss). Das heißt, ihr werdet nun jede 4. und 5. Masche zusammenhäkeln und dann je Runde immer eine Masche früher die Maschen zusammenhäekln (nächste Runde also 3. und 4. Masche zusammenhäkeln, übernächste jede 2. und 3. Masche), bis ihr schließlich jede 1. und 2. Masche zusammenhäkelt.

Abschließend die Öffnung der Kugel schließen und fertig ist der Häkelball.

Kommen wir nun zu Variante 2.

Die perfekte Kugel häkeln

Im folgenden nun die Häkelanleitung für eine perfekte Kugel, ebenfalls mit insgesammt 14 Runden wie die Beispiels Kugel aus Variante 1.

Häkelanleitung

… für eine perfekte Kugel.

Der Übersicht zuliebe werden folgende Abkürzungen verwendet:

fM = feste Masche
zun = Zunahme, Masche verdoppeln
abn = Abnahme, 2 Maschen zusammenhäkeln

(Benutzt die Kästchen um eure fertigen Runden zu markieren)

  • 1. Runde: 6 feste Maschen in den Fadenring häkeln und festziehen. (6 Maschen)
  • 2. Runde: Jede Masche verdoppeln. (12 Maschen)
  • 3. Runde: [ 1 fM, zun, 2 fM, zun. ] 2 mal wiederholen. 1 fM, zun. (17 Maschen)
  • 4. Runde: 1 fM, zun, 3 fM, zun, 2 fM, zun, 3 fM, zun, 2 fM, zun, 1 fM. (22 Maschen)

002 Perfekte Kugel Runde 4

Im Vergleich mit Runde 4 der üblichen Methode,
zeigt diese Kugel keine eindeutigen Ecken.

  • 5. Runde: 3 fM, zun, 7 fM, zun, 6 fM, zun, 3 fM. (25 Maschen)
  • 6. Runde: 7 fM, zun, 8 fM, zun, 7 fM, zun. (28 Maschen)
  • 7. Runde: 14 fM, zun, 13 fM. (29 Maschen)
  • 8. Runde: Eine komplette Runde feste Maschen (29 Maschen)
  • 9. Runde: 13 fM, abn, 14 fM. (28 Maschen)
  • 10. Runde: abn, 7 fM, abn, 8 fM, abn, 7 fM. (25 Maschen)
  • 11. Runde: 3 fM, abn, 6 fM, abn, 7 fM, abn, 3 fM. (22 Maschen)
  • 12. Runde: 1 fM, abn, 2 fM, abn, 3 fM, abn, 2 fM, abn, 3 fM, abn, 1 fM. (17 Maschen)
  • 13. Runde: abn, 1 fM, abn, 2 fM, abn, 1 fM, abn, 2 fM, abn, 1 fM. (12 Maschen) Anschließend mit Watte füllen.

002 Perfekter Ball Runde 13 gefüllt

  • 14. Runde: 1. und 2. Masche zusammenhäkeln bis zum Ende der Runde.

Häkelarbeit beenden und langes Fadenende zum Vernähen lassen. Vernähen und Fertig.

Tadaa! Wir haben eine (nahezu) perfekte Kugel gehäkelt.

002 Die perfekte Häkelkugel

Noch deutlicher wird der Unterschied wenn man beide Häkelbälle direkt miteinander vergleicht.

Auch wenn es auf den Bildern nicht sofort deutlich wird, so ist der Ball nach der üblichen Methode stets etwas weniger Rund und unförmiger da es sich nicht exakt um eine gehäkelte Kugel handelt, während die echte Kugel ihre Form fast immer beibehält.

Die Frage stellt sich also: Wieso verwenden wir dann nicht immer die perfekte Methode? Ganz einfach, sie ist nicht praktisch und einfach anzuwenden. Das Schema lässt sich nicht einfach hoch- oder runterskalieren wie es bei der gängigen Methode der Fall ist, es wird eine exakte Anleitung benötigt um eine ordentliche Kugel zu bekommen. Im Gegensatz dazu kann mit der üblichen Methode jeder drauflos häkeln und beim Arbeiten entscheiden wie groß oder klein die Kugel sein soll und nicht jeder Schritt in einer Anleitung nachgeschaut werden.

Das Schema hat die gute Ms Premise-Conclusion in ihrem Blog ausgetüftelt und kann in dieser PDF für verschiedene Größen nachgeschlagen werden. Da die Anleitung in Englisch ist, hier eine keline Übersetzungshilfe der einzelnden Abkürzungen damit die Anleitungen ohne Probleme nachgehäkelt werden kann.

sc = feste Masche
ch = Luftmasche
inc = Zunahme
dec = Abnahme
even = eine Runde einfache feste Maschen

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4 Gedanken zu “Formen: Ball und Kugel häkeln

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